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Bei der Arbeit mit Kühlschmierstoffen (KSS) spielt der Einsatz von Bioziden eine wichtige Rolle, um schädliche Mikroorganismen in Schach zu halten. Biozidprodukte, kurz „Biozide“, enthalten Wirkstoffe, die schädliche Organismen – von Mikroorganismen wie Viren, Bakterien und Schimmelpilzen bis hin zu Insekten – unschädlich machen oder deren Wachstum hemmen. Sie wirken entweder zerstörend, abschreckend oder bekämpfend.

Biozide unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben der Biozidverordnung. Ihr Einsatz erfordert Sorgfalt und verantwortungsvolles Management, da sie gezielt eingesetzt werden müssen, um unnötigen Verbrauch zu vermeiden und die Wirksamkeit sicherzustellen. Aus diesem Grund ist es wichtig, vor Anwendung Rücksprache mit einem Anwendungstechniker oder Berater zu halten. Unsere Strategie ist es, Biozide und Zusatzstoffe nur dann einzusetzen, wenn dies absolut notwendig ist. Durch professionelles KSS-Management und regelmäßige Maschinenreinigung kann der Bedarf an Bioziden minimiert werden.
Biozide werden gemäß ihrer Wirkung und potenziellen Gefahren eingestuft in:
Akut toxisch (Kategorie 1, 2 oder 3), Krebserzeugend, keimzellmutagen oder reproduktionstoxisch (Kategorie 1A oder 1B), Spezifisch zielorgantoxisch (Kategorie 1 SE oder RE), Biozidprodukte, die für „geschulte berufsmäßige Verwender“ zugelassen sind.
Der Einsatz solcher Produkte ist nur durch sachkundige Personen oder unter deren Aufsicht erlaubt.

Es gibt verschiedene Ursachen, die zur Verkeimung von KSS beitragen und damit den Biozideinsatz erforderlich machen können:
Zur Entkeimung werden spezifische Biozide eingesetzt: Bakterizide wirken gegen Bakterien, Fungizide gegen Schimmel. Als Gefahrstoffe unterliegen Biozide strengen Vorschriften, da sie Hautreizungen, Allergien sowie Augen- und Schleimhautreizungen verursachen können. Eine sorgfältige Abwägung der Alternativen ist daher ratsam. Falls Sie hierzu Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.
Bereits umgekippten Kühlschmierstoffen ist jedoch mit einer Entkeimung oft nicht mehr beizukommen. Die von Mikroorganismen veränderte Zusammensetzung macht den Schmierstoff unbrauchbar, weshalb ein vollständiger Wechsel notwendig wird. Zudem sollten die Ursachen für den mikrobiellen Befall identifiziert und beseitigt werden. Vor der Neubefüllung ist es unerlässlich, alle Anlagenteile gründlich zu reinigen und zu spülen, um eine erneute Kontamination zu verhindern. Eine professionelle Maschinenreinigung entfernt Biofilme zuverlässig und sorgt für optimale Bedingungen für den neuen Kühlschmierstoff.
Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel über Maschinenreinigung.
Die bereitgestellten Informationen wurden mit größter Sorgfalt erstellt und basieren auf unserem aktuellen Wissen und Erfahrungen. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Anwendbarkeit im Einzelfall. Zerspanung ist oft sehr individuell und ist nicht immer auf andere Bearbeitungen zu übertragen. Deshalb bieten wir Ihnen gerne eine individuelle Beratung durch unsere Fachberater an, insbesondere bei sicherheitsrelevanten oder gesetzlich geregelten Anwendungen.
Stand: 25.04.2025