Ursachen

Geruch in der CNC-Zerspanung

Gerüche beim CNC-Zerspanen deuten oft auf Bakterien, Fremdöl oder Verschleiß hin. Der Beitrag zeigt, wie sich Ursachen systematisch eingrenzen lassen und welche Maßnahmen helfen, Geruchsprobleme nachhaltig zu vermeiden.

Geruch in der CNC-Zerspanung – Ursachen, Risiken und Maßnahmen

Unangenehme Gerüche in der CNC-Zerspanung sind nicht nur störend, sondern können auch auf technische Probleme oder gesundheitliche Risiken hinweisen. In diesem Beitrag erläutern wir die möglichen Ursachen für Gerüche, wie sie sich auf den Bearbeitungsprozess auswirken und welche Maßnahmen helfen, sie zu vermeiden.





 

Warum entsteht Geruch in der CNC-Zerspanung?

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Gerüchen während der Bearbeitung. Die häufigsten sind:

 

Werkstoffe

  • Einige Werkstoffe, wie zum Beispiel bestimmte Stähle enthalten Schwefel, der beim Zerspanen freigesetzt wird und einen intensiven Geruch verursacht. Erfahrene Zerspaner können oft am Geruch erkennen, welcher Werkstoff bearbeitet wird – zum Beispiel Aluminium.

 

Werkzeugverschleiß

  • Erhöhter Reibungswiderstand: Abgenutzte oder beschädigte Werkzeuge erzeugen mehr Reibung und damit höhere Temperaturen, welche die Entstehung von unangenehmen Gerüchen begünstigt.
  • Verschlechterte Werkstückqualität: Werkzeugverschleiß kann nicht nur den Geruch beeinflussen, sondern auch die Bearbeitungsqualität verschlechtern.
 

Kühlschmierstoff (KSS)

  • Bakterienwachstum: Mikroorganismen können sich im Kühlschmierstoff vermehren und einen fauligen oder stechenden Geruch verursachen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blogbeitrag Bakterien im Kühlschmierstoff
  • Fremdöle: Durch Undichtigkeiten gelangen z.B. Bettbahnöle, Hydrauliköle in den KSS-Tank und bieten somit Bakterien die Basis, unangenehme Gerüche hervorzurufen.



 

Vorgehensweise bei Geruchsproblemen

Treten unangenehme Gerüche auf, sollten Sie schrittweise die möglichen Ursachen analysieren:

 

1. Kühlschmierstoff überprüfen

  • Lassen Sie den Kühlschmierstoff auf Bakterienbefall analysieren.
  • Kontrollieren Sie pH-Wert und Konzentration.
 

2. Maschine kontrollieren

  • Überprüfen Sie die Maschine auf Überhitzung, Undichtigkeiten oder Verunreinigungen im Kühlschmierstoffkreislauf.
  • Achten Sie auf Ablagerungen im Tank.
 

3. Werkzeuge prüfen

  • Kontrollieren Sie den Zustand der Werkzeuge und tauschen Sie verschlissene Schneiden frühzeitig aus.


Für akute Fälle empfehlen wir unseren Beitrag Sofortmaßnahmen bei Kühlschmierstoffen.

   



 

Welche Maßnahmen helfen gegen Geruchsbildung?

  • Austausch: Bei starkem Geruch oder Bakterienbefall sollte der Kühlschmierstoff unter Verwendung von Systemreiniger vollständig gewechselt werden. In Absprache mit dem zuständigen Anwendungsberater von Jokisch kann ein teilweiser Austausch eine kostengünstige Alternative sein.
  • Maschinenreinigung: Eine gründliche Reinigung der Maschine und der Tankanlage hilft, Biofilme und Ablagerungen zu entfernen.
  • Effektive Filtration: Ein hochwertiges Filtersystem reduziert die Belastung des Kühlschmierstoffs durch Späne, Fremdöle und Mikroorganismen.
  • Optimierte Belüftung: Eine gute Durchmischung des Kühlschmierstoffs verhindert Sauerstoffmangel und minimiert Bakterienwachstum.
  • Fremdöl: Skimmer oder Ölabscheider helfen, Bettbahnöle und Leckagen zu entfernen.

 

 

Wie lässt sich Geruchsbildung langfristig vermeiden?

Ein konsequentes KSS-Management ist der Schlüssel zur Vermeidung von Geruchsproblemen.
Wir empfehlen:

 

Zudem sollten die von der BGH empfohlenen Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden: 
https://www.bghm.de/arbeitsschuetzer/praxishilfen/arbeitsschutz-kompakt/147-wassergemischte-kuehlschmierstoffe
https://www.bghm.de/fileadmin/user_upload/Arbeitsschuetzer/Gesetze_Vorschriften/Regeln/109-003.pdf

 



 

Fazit

Gerüche in der CNC-Zerspanung sollten nicht ignoriert werden. Sie können auf technische Defekte, Verschleiß oder hygienische Probleme im Kühlschmierstoffsystem hinweisen. Eine schnelle Ursachenanalyse und gezielte Gegenmaßnahmen sind entscheidend, um gesundheitliche Risiken zu minimieren und die Maschinenleistung aufrechtzuerhalten.

Werden die Probleme nicht behoben, können Maschinenschäden und teure Ausfallzeiten die Folge sein. Durch präventive Maßnahmen und regelmäßige Wartung lässt sich dies vermeiden.

 

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Kontaktieren Sie uns für individuelle Empfehlungen und Produktempfehlungen. Unser Ziel ist es, Ihre Prozesse effizient und sicher zu gestalten.

Beachten Sie die Spezifikation der verwendeten Stoffe in den Sicherheitsdatenblätter und lesen diese sorgfältig durch.


Die bereitgestellten Informationen wurden mit größter Sorgfalt erstellt und basieren auf unserem aktuellen Wissen und Erfahrungen. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Anwendbarkeit im Einzelfall. Zerspanung ist oft sehr individuell und ist nicht immer auf andere Bearbeitungen zu übertragen. Deshalb bieten wir Ihnen gerne eine individuelle Beratung durch unsere Fachberater an, insbesondere bei sicherheitsrelevanten oder gesetzlich geregelten Anwendungen.


Stand: 30.01.2026

Knut Schernikau
gepostet von
Knut Schernikau
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