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Gefahrenhinweise - Piktogramm der Explodierenden Lunge

Was bedeutet die ‚explodierende Lunge‘ bei Metallölen? Besonders dünnviskose Öle bergen Risiken durch Ölnebel oder Aspiration. Der Beitrag klärt über das Symbol auf und zeigt Maßnahmen, mit denen sich die Belastung am Arbeitsplatz wirksam senken lässt.
Gefahrenhinweise - Piktogramm der Explodierenden Lunge

Das Piktogramm der „explodierenden Lunge“ – Bedeutung für dünnviskose Metallbearbeitungsöle
 

Metallbearbeitungsöle sind essenziell für die industrielle Fertigung. Sie sorgen für eine optimale Schmierung und Kühlung bei der Metallbearbeitung und tragen zur Verlängerung der Lebensdauer von Maschinen und Werkzeugen bei. Gleichzeitig gibt es Sicherheitsaspekte, die nicht außer Acht gelassen werden sollten – insbesondere, wenn es um dünnviskose Öle geht.

Ein wichtiges Warnsymbol in diesem Zusammenhang ist das Piktogramm der „explodierenden Lunge“, das als Gefahrkennzeichnung auf Etiketten bestimmter Produkte zu finden ist. Es weist auf potenzielle Gesundheitsrisiken hin, die durch das Einatmen oder Verschlucken dieser Stoffe entstehen können.




Was bedeutet das Piktogramm der „explodierenden Lunge“?

 

Das Piktogramm der „explodierenden Lunge“ ist Teil der global harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) der Vereinten Nationen. Es kennzeichnet Stoffe, die nach Inhalation möglicherweise gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen können. Dazu gehören insbesondere Substanzen, die das Lungengewebe reizen oder schädigen können.
 

Bedeutung und Verwendung

 

Das Piktogramm zeigt eine stilisierte Lunge mit einer Explosionsdarstellung und signalisiert, dass das Produkt inhalationsgefährlich sein kann. In der Regel findet man dieses Symbol auf Produkten, die flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder andere potenziell lungenschädigende Substanzen enthalten. Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Expositionsdauer, die Arbeitsplatzkonzentration und die individuellen Schutzmaßnahmen. In einigen Fällen kann eine längerfristige Exposition zu Atemwegsreizungen oder -erkrankungen führen.
 

Welche Risiken können von dünnviskosen Metallbearbeitungsölen ausgehen?

 

Dünnviskose Metallbearbeitungsöle sind besonders flüssig, was dazu führt, dass sie leichter zerstäubt und in die Atemluft abgegeben werden können. Dabei können folgende Risiken bestehen:
 

1. Gefahr des Verschluckens und Einatmens (Aspiration)

Niedrigviskose Öle sind dünnflüssig und können versehentlich in die Atemwege gelangen. Dies kann beispielsweise durch Verschlucken mit anschließendem Erbrechen geschehen, wodurch feine Öltröpfchen in die Lunge geraten können.
 

2. Mögliche Reizung der Atemwege

Bei längerer Exposition können diese Öle das Lungengewebe reizen. In bestimmten Fällen kann es zu einer sogenannten chemischen Pneumonie kommen, die eine ärztliche Abklärung erfordert. Die genaue Wirkung hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, darunter die Art des Öls, die Bearbeitungstemperatur und die Belüftung der Arbeitsumgebung.
 

Wie kann man das Risiko minimieren?

Durch gezielte Schutzmaßnahmen lassen sich mögliche Gesundheitsrisiken deutlich reduzieren:
 

Optimierte Belüftung: Sorgen Sie für eine ausreichende Luftzirkulation am Arbeitsplatz, um die Konzentration von Aerosolen in der Luft zu minimieren.

Absaugsysteme nutzen: Insbesondere bei der Verwendung von dünnviskosen Automaten- oder Schleifölen kann eine spezielle Absaugung helfen, die Belastung zu reduzieren.

Regelmäßige Überprüfung der Arbeitsplatzkonzentration: Die Messung der Ölnebelkonzentration in der Luft hilft dabei, sichere Werte einzuhalten.

Schulung der Mitarbeiter: Ein geschultes Team kann Gefahren frühzeitig erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.

Geeignete Ölauswahl: Hochwertige Grundöle wie PAO- oder GTL-Öle haben in der Regel eine bessere thermische Stabilität als klassische Mineralöle und können zu einer geringeren Verdunstung beitragen.
 

Für detaillierte Informationen zu sicheren Alternativen beraten wir Sie gerne.
 

Fazit

Dünnviskose Metallbearbeitungsöle können bei unsachgemäßer Handhabung potenzielle Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Das Piktogramm der „explodierenden Lunge“ dient als wichtige Kennzeichnung für Produkte, die eine mögliche Gefahr bei Einatmung darstellen können.

Durch geeignete Präventionsmaßnahmen – wie eine verbesserte Belüftung, Absaugsysteme und regelmäßige Arbeitsplatzmessungen – lassen sich diese Risiken jedoch deutlich minimieren. Entscheidend ist zudem die Wahl des richtigen Öls, das sowohl den Bearbeitungsanforderungen als auch den Sicherheitsstandards gerecht wird.

Die Arbeitsplatzkonzentration in Ihrem Betrieb sollte regelmäßig gemessen werden, um eine sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten. Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl des optimalen Metallbearbeitungsöls benötigen, sprechen Sie uns gerne an.


Die bereitgestellten Informationen wurden mit größter Sorgfalt erstellt und basieren auf unserem aktuellen Wissen und Erfahrungen. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Anwendbarkeit im Einzelfall. Zerspanung ist oft sehr individuell und ist nicht immer auf andere Bearbeitungen zu übertragen. Deshalb bieten wir Ihnen gerne eine individuelle Beratung durch unsere Fachberater an, insbesondere bei sicherheitsrelevanten oder gesetzlich geregelten Anwendungen.


Stand: 11.08.2025

Peter Knoke
gepostet von
Peter Knoke
seit über 20 Jahren Experte für Kühlschmierstoffe
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